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DER VERSCHWUNDENE WALD

Eine Geschichte von Eric Reine

Über Nacht war der Wald ganz weiß geworden. Weiß und weich war der Boden, weiß glitzerte es von den Ästen und Zweigen, und weiß waren auch die Wiesen und Hänge. Die jungen Hasen, die das zum erstenmal erlebten, waren sehr erstaunt und versuchten, dieses "Weiße" zu fressen. Aber es schmeckte ihnen nicht. Ganz und gar nicht. Auch die Mäuschen, als sie aus ihren Löchern kamen, waren nicht begeistert, denn sie versanken tief in der lockeren weißen Masse, die da plötzlich alles bedeckte. Die Vögel hielten eine Versammlung ab, um zu beraten, was jetzt zu tun sei, denn man konnte ja fast kein Futter mehr auftreiben. Hier kannst du ein Weihnachtslied hören auf www.weihnachten-im-web.de

Hier kannst du ein Weihnachtslied hören auf www.weihnachten-im-web.de Ein Teil beschloß, in die Dörfer und Städte hinunterzufliegen und sich dort irgendwie zu verköstigen, ein anderer Teil aber blieb im Wald und begann die Fichten- und Tannenzapfen zu plündern. Alle konnten das nicht, da mußte man schon so gut darauf eingerichtet sein wie die Spechte und Kleiber.

Am allerbesten verstand sich der Kreuzschnabel darauf. Der war den ganzen Sommer hindurch in der weiten Welt umhergezogen, aber jetzt fand er es hier wunderschön und begann sogar ein Nest zu bauen für seine Kinder, denn nie im ganzen Jahr gab es für ihn wieder so viel Futter wie gerade jetzt, und das mußte man doch ausnützen. Die rotbauchigen Gimpel verzogen sich aus dem Bergwald, auch die dicken Grünfinken und die Meisen flogen ins Tal hinab. Selbst der blau-graue Kleiber machte ab und zu einen kleinen Ausflug zu den Menschen. Hier kannst du ein Weihnachtslied hören auf www.weihnachten-im-web.de

Hier kannst du ein Weihnachtslied hören auf www.weihnachten-im-web.de Eines Tages aber kam er ganz aufgeregt zurück. "Denkt euch nur, die Menschen bauen mitten in der Stadt einen Wald!" Der große Buntspecht, der eben einen großen Föhrenzapfen zwischen zwei Äste eingeklemmt hatte, begann zu lachen, daß es im ganzen Wald zu hören war. "Was willst du uns denn da wieder für eine Dummheit erzählen?" sagte er und lachte immer wieder. "Wie kann man denn einen Wald bauen, du Dummkopf!" Der Kleiber war sehr gekränkt und sagte nichts mehr. Am nächsten Tag aber kam eine Blaumeise und holte ihre Familie. Sie wollten übersiedeln, sagte sie. In der Stadt unten sei ein prächtiger Fichtenwald gewachsen, und da könne man viel besser wohnen als hier; auch seien die guten Futterplätze gleich zur Hand.

Da wurden die anderen Vögel doch stutzig, und alle, mit Ausnahme des Kreuzschnabels, der ja gar nichts anderes haben wollte, und des Spechtes, der ungläubig blieb, flogen auf und davon, um sich den neuen Wald anzuschauen. Am Abend kamen sie zurück und erzählten Wunderdinge von dem schönen Wald mitten in der Stadt und den vielen Lichtern rundherum, daß der Specht zornig wurde und sich in seine Baumhöhle zurückzog, um diesen "Dummheiten", wie er meinte, nicht länger zuhören zu müssen. Viele der Vögel aber beschlossen, sofort auszuwandern, andere wollten noch etwas abwarten. Aber als alles gut ging, zogen in den nächsten Tagen immer mehr in die Stadt, selbst die Maus, die in der Nähe der alten Tanne wohnte, übersiedelte. Immer einsamer wurde es im Wald, nur der Specht lachte laut und hämmerte wild an den Stämmen. Hier kannst du ein Weihnachtslied hören auf www.weihnachten-im-web.de

Spaß rund ums Weihnachtsfest gibt es bei www.weihnachten-im-web.de So verging einige Zeit im Dezember. Da waren eines Tages ein paar Haubenmeisen und der Kleiber wieder da. Der Wald da unten, erzählten sie, würde immer kleiner, und sie hätten keinen Platz mehr. Am nächsten Tag kamen weitere Auswanderer zurück. Der Specht, ob wohl er doch der Erfahrenste im ganzen Walde war, verstand das Ganze nicht mehr. Als aber dann alle anderen Vögel wieder zurückkamen, entschloß er sich zu einer Besichtigung der sonderbaren Sache und nahm sich einen Kleiber als Führer mit. Doch sie konnten diesen seltsamen Wald nimmer finden. Wie ein Spuk war er verschwunden. Der Specht sagte, er hätte an den "Schwindel" ohnehin nie geglaubt, aber der Kleiber war beleidigt und suchte und suchte. Endlich fanden sie einen einzigen Baum - dieser aber stand in einer Wohnung, war ganz bunt geworden, und Lichter brannten an seinen Ästen. Da fing der Specht wieder zu lachen an und flog nach dem Wald zurück. "Ihr Dummköpfe", sagte er zu den Vögeln, "euer Wald, das waren doch Weihnachtsbäume!"

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